Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
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26.11.2025
Thomas Schüßler, Fondsmanager des 20 Milliarden Euro schweren DWS Top Dividende, spricht über die Herausforderungen seiner Dividendenstrategie im aktuellen Marktumfeld. Für ihn gibt es keinen Grund, Aktienmärkte zu meiden – vielmehr setzt er gerade jetzt auf eine breite Diversifikation, um Risiken abzufedern und Chancen optimal zu nutzen.
Die aktuelle Rally wird von Technologieaktien getragen – auf die Ihr Fonds kaum setzen kann, weil die Unternehmen nur geringe Dividenden zahlen. Wie groß ist die Herausforderung für Sie als Dividendeninvestor?
Wer heute auf Dividenden setzt, wirkt fast wie aus der Zeit gefallen – wie ein Dinosaurier, der vom Leben nicht mehr viel erwartet. In diesem Umfeld eine Dividendenstrategie zu verfolgen, die auf Faktoren wie Dividende, Bewertung und Free-Cash-Flow setzt, ist tatsächlich eine enorme Herausforderung. Denn in den vergangenen Jahren waren Technologie-Werte die klaren Gewinner – ähnlich wie Bayern München in der Fußball-Bundesliga: Es gibt viele Herausforderer, aber am Ende gewinnen immer die Bayern.
Trotzdem hat sich der DWS Top Dividende auf Jahressicht ziemlich erfreulich entwickelt. Wie kam das?
Die Performance war deutlich besser, als man in diesem Umfeld erwarten konnte. Zwar haben wir von der mal wieder sehr guten Wertentwicklung des US-Tech-Sektors nur wenig profitiert, doch zwei Faktoren haben den Unterschied gemacht: unsere Gold-Position und die gezielte Diversifikation aus dem Dollar heraus.
Wie sehen Sie den US-Markt – abseits der KI-Euphorie?
Abgesehen von Technologie läuft am US-Aktienmarkt derzeit wenig. Gewinnwachstum kommt fast ausschließlich von den großen Technologieunternehmen. Der Rest ähnelt Europa oder den Schwellenländern – ohne besonderes Alleinstellungsmerkmal. Die großen US-Tech-Konzerne und das KI-Thema sind einzigartig und fast nur in den USA zu finden, mit Einschränkungen auch in China. Alles andere können Anleger ebenso gut in Europa kaufen.
Wie stark sind Sie in den USA investiert?
Der Portfolioanteil liegt bei etwa 30 Prozent, während der MSCI World Index einen US-Anteil von mehr als 70 Prozent hat. Wir sind also deutlich untergewichtet. Je teurer US-Aktien werden, desto schwieriger wird es, dort künftig besser abzuschneiden. Diversifikation bleibt deshalb ein zentrales Thema – das gilt insbesondere für Anleger, die bislang stark in den USA investiert sind.
Könnte sich ein stärkerer Blick auf Europa lohnen?
Ich habe viel in Europa investiert, weil die Aktien hier vergleichsweise günstig sind und ordentliche Dividenden bieten – das war dieses Jahr ein klarer Vorteil. Auch die Währung kann für Europa sprechen: Der Dollar ist zwar zuletzt etwas schwächer geworden, bleibt aber insgesamt sehr stark. Europa bietet viele Unternehmen, die nicht übermäßig teuer sind und viel Kapital an ihre Aktionäre zurückführen. Die Unternehmen profitieren vom globalen – und damit auch vom amerikanischen – Wirtschaftswachstum.
Gibt es im aktuellen Marktumfeld überhaupt noch günstige Aktien?
Ja, auch wenn der Gesamtmarkt – insbesondere in den USA – sehr teuer ist. Es gibt Sektoren, die vom Markt weitgehend ignoriert werden, weil sie nichts mit KI oder Technologie zu tun haben. Investoren ziehen ihr Geld ab, um es in Nvidia und Co. umzuschichten. Dadurch fallen die Kurse, ohne dass sich an den Fundamentaldaten viel geändert hat. Solche Aktien finden Sie zum Beispiel im Konsumbereich oder auch im Öl- und Pharmasektor.
Stichwort Dividendenrendite: Wo ist aktuell noch etwas zu holen?
Die hohen Bewertungen von US-Titeln haben die Dividendenrendite im S&P 500 von rund 2 Prozent auf durchschnittlich 1,1 Prozent gedrückt. Bei den Technologiewerten, die den Markt derzeit treiben, gibt es praktisch keine Dividenden mehr. Auch im MSCI World liegt die Dividendenrendite inzwischen nur noch bei etwa 1,6 Prozent.[1]
Gibt es Sektoren, die in puncto Dividenden positiv hervorstechen?
Finanzwerte zum Beispiel. Auch im Gesundheitssektor finden sich Unternehmen mit attraktiven Ausschüttungen. Der Ölsektor ist ebenfalls interessant, vor allem aufgrund der hohen Kapitalrückführungen an die Aktionäre. Darüber hinaus gibt es im Industriesektor und bei Versorgern interessante Titel.
Wie attraktiv sind Aktien im Vergleich zu Zinsanlagen?
Anleihen sind derzeit moderat interessant – vor allem in den USA, wo Anleger teilweise noch rund 4 Prozent Rendite erzielen können. Für Dollar-Investoren ist das durchaus attraktiv. Aber: Wenn der US-Aktienmarkt täglich um ein Prozent steigt, dann interessiert das kaum jemanden. Doch je teurer Aktien werden, desto wettbewerbsfähiger erscheinen Anleihen.
Wo liegen die Risiken bei Anleihen?
Es gibt inzwischen ein gewisses Misstrauen gegenüber der Geldpolitik und der hohen Staatsverschuldung – das macht es für Anleihen nicht einfacher. In Großbritannien und Frankreich wackelt es. Japan ist hoch verschuldet. Die USA haben sich zwar beruhigt, aber auch dort liegen die Schulden auf einem Niveau, das den Markt eigentlich beunruhigen müsste. Wer langlaufende Anleihen kauft, geht ein zusätzliches Risiko ein: Staaten könnten den „einfachen Weg“ wählen und statt Sparmaßnahmen über die Notenbanken mehr Geld in Umlauf bringen, um auf diesem Weg die Schuldenlast zu reduzieren.
Wie hoch ist Ihr Anleihe-Anteil?
Aktuell liegt der Anteil bei sieben Prozent – ausschließlich in kurz laufenden Bundesanleihen. Aus US-Staatsanleihen sind wir komplett ausgestiegen, was sich währungsseitig als richtige Entscheidung erwiesen hat.
Wie stehen Sie zu Gold?
Gold war dieses Jahr wirklich erfreulich – wir haben mit Gold, Goldminenaktien und ETCs ordentlich Geld verdient. Ich hätte nicht erwartet, dass sich der Preis so stark nach oben bewegt. Wir haben Gold nicht gekauft in der Erwartung, dass es sich innerhalb von anderthalb Jahren verdoppelt – aber wenn es passiert, nimmt man das natürlich gerne mit.
Wie hoch ist Ihr Gold-Anteil im Portfolio?
Aktuell liegt er bei rund neun Prozent. In einem Umfeld, in dem Unsicherheit im Markt ist und die Sorgen um Staatsverschuldung zunehmen, ist Gold für uns ein wichtiger Baustein. Unser Auftrag ist ja nicht nur, Dividenden zu vereinnahmen, sondern auch Rückschläge abzufedern – wie zum Beispiel im März und April 2025. Während der US-Aktienmarkt, gemessen am marktbreiten S&P 500 Index in der Spitze um 20 Prozent gefallen war, hielt sich der Fonds mit minus fünf Prozent vergleichsweise gut – unter anderem dank Gold.
Spielen Kryptowährungen und Bitcoin eine Rolle?
Bitcoin kommt für uns nicht in Frage. Bitcoin korreliert stark mit dem Aktienmarkt und bietet keinen echten Diversifikationseffekt. Mein Ziel ist, dass unser Fonds Dividenden erwirtschaftet, die Anleger in ruhiges Fahrwasser bringt und in kritischen Phasen weniger verliert als der Markt. Mit Bitcoin kann man zwar nach oben mehr gewinnen, aber nach unten auch mehr verlieren.
Trotz Risiken: Ist es sinnvoll, jetzt noch in den Aktienmarkt einzusteigen?
Viele Risiken sind für Aktien am Ende weniger gravierend als für andere Anlageklassen. Beispiel: Eine mögliche Monetarisierung von Schulden – also das direkte Finanzieren von Staatsschulden durch die Notenbank – wäre für Anleihen eine Katastrophe, für Aktien zwar unangenehm, aber vergleichsweise weniger einschneidend. Es spricht deshalb nichts dagegen, langfristig weiter in Aktien zu investieren – allerdings breit gestreut. Hätte ich 100 Prozent Aktien im MSCI World? Sicher nicht. Aber Aktien komplett zu meiden, dafür sehe ich keinen Grund.
Der Fonds legt in Aktien an. Aktien unterliegen Kursschwankungen und somit auch dem Risiko von Kursrückgängen. Der Fonds strebt Einkünfte aus Dividenden an, d.h. aus erwarteten Ausschüttungen je Aktie. Wenn ein Unternehmen eine geringere Dividende zahlt als erwartet oder gar keine Dividende ausschüttet, kann der Wert von Aktien oder Derivaten dadurch negativ beeinflusst werden. Der Fonds kann auch in Vermögenswerte anlegen, die nicht in Euro denominiert sind. Das kann dazu führen, dass Ihre Anlage im Wert fällt, wenn der Eurokurs gegenüber diesen Währungen steigt.
Das Sondervermögen weist aufgrund seiner Zusammensetzung/ der von dem Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d.h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein. Der Anteilswert kann jederzeit unter den Kaufpreis fallen, zu dem der Kunde den Anteil erworben hat.