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10 über­ra­schen­de Fak­ten über Eu­ro­pas Ak­ti­en­märk­te

Aktien

08.07.2025

Europas Börsenwelt hat mehr zu bieten, als man denkt. Wo flogen einst Brieftauben für Kursinfos? Was steckt hinter „Valeurs Vedettes“? Und warum sind europäische Aktien für Dividendenjäger so spannend? Hier sind 10 unterhaltsame Fakten zu Europas Börsen.

Blick auf Amsterdam und die Amstel bei Sonnenuntergang

Zu­sam­men­ge­fasst

  • Die älteste moderne Wertpapierbörse der Welt ist eine europäische.
  • Europas Aktienmärkte bieten aktuell die höchsten Dividendenrenditen.
  • Trotz langer Tradition finanzieren sich europäische Unternehmen noch immer überwiegend über Bankkredite.

1
Die welt­weit äl­te­ste mo­der­ne Bör­se steht in Eu­ro­pa

Die älteste moderne Börse der Welt befindet sich in den Niederlanden. An der „Amsterdam Beurs“ fand ab 1612 erstmals ein regelmäßiger Handel mit Wertpapieren statt.[1] Heute gehört sie zu Euronext, Europas größtem Börsenplatz.[2] Die London Stock Exchange verlor ihren Rang als führender europäischer Handelsplatz nach dem Brexit im Jahr 2021.[3]

2
Eu­ro­pa hat kei­nen ein­heit­li­chen Ak­ti­en­markt

Europa zählt mehr als 30 bedeutende Börsenplätze.[4]  Einen einheitlichen integrierten Aktienmarkt, wie die USA mit  und , hat der Kontinent nicht.

3
Eu­ro­päi­sche Ak­ti­en bie­ten welt­weit die höch­sten Di­vi­den­den­ren­di­ten

Europäische Aktienmärkte bieten derzeit die höchsten Dividendenrenditen weltweit.[5]  Das macht sie besonders attraktiv für einkommensorientierte Anleger. Da einige europäische Unternehmen Dividenden in unterschiedlichen Währungen auszahlen, sollten sich internationale Investoren über die Währungspolitik der Unternehmen informieren.

4
Brief­tau­be als Vor­läu­fer des eu­ro­päi­schen Hoch­fre­quenz­han­dels

Geschwindigkeit war schon immer alles an der Börse. Daher verschickte der findige Unternehmer Julius Reuter ab 1850 Kursinformationen zwischen Deutschland und Belgien per Brieftaube. So konnten Anleger an der Brüsseler Börse etwa internationale Preisunterschiede nutzen.[6] Aus dem Service ging die Nachrichtenagentur Reuters hervor, die Banken und Brokern heute weltweit als Informationsquelle dient.

5
40 Mil­li­se­kun­den zwi­schen Frank­furt und New York

Am schnellsten Ende des modernen Finanzmarkts – dem algorithmisch getriebenen Hochfrequenzhandel zwischen Computern – zählt heute jede Millisekunde. Die Börsen in den USA und Europa sind mit einem für 300 Millionen US-Dollar verlegten Glasfaserkabel im Atlantik verbunden. So gibt es zum Beispiel zwischen der New Yorker und der Frankfurter Börse Signalverzögerungen von nur noch rund 40 Millisekunden – weniger als ein Wimpernschlag.[7] 

6
EU­RO STO­XX 50 deckt nur 60 Pro­zent des Mark­tes ab

Das führende europäische Börsenbarometer ist der .  Der Aktienindex setzt sich aus den 50 größten börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets zusammen. Da viele mittelgroße Unternehmen fehlen, deckt er nur etwa 60 Prozent der Marktkapitalisierung ab.

7
Eu­ro­pas Ak­ti­en­märk­te nur halb so groß wie die US-Bör­sen

Die Marktkapitalisierung der europäischen Aktienmärkte wird für das Jahr 2025 auf insgesamt etwa 22,71 Billionen Euro geschätzt. Damit ist sie nicht einmal halb so hoch wie die des US-Markts (50 Billionen Euro).[8]

8
Fi­nanz­dienst­lei­ster und In­du­strie do­mi­nie­ren in Eu­ro­pa

Während in den USA Technologiekonzerne den Aktienmarkt dominieren, stehen in Europa andere Branchen wie Finanzdienstleister und Industrie im Vordergrund.[9] Da Europa zudem wirtschaftlich häufig unabhängig von den USA agiert, diversifizieren viele internationale Anleger ihr Portfolio mit europäischen Aktien. So gehört zum Beispiel auch gut jede zweite Aktie des deutschen ausländischen Investoren.[10]

9
Eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men fi­nan­zie­ren sich noch im­mer stark über Bank­kre­di­te

Trotz der langen Börsentradition müssen sich europäische Unternehmen noch heute zu drei Vierteln über Bankkredite finanzieren.[11] Vor allem Start-ups in der EU haben es schwer, da viele Banken ihnen kein Risikokapital bereitstellen. Daher wandern gerade auch junge europäische Tech-Unternehmen in die USA aus, die mit höheren Bewertungen und einem einheitlichem Regelwerk locken. 

10
Blue Chips  hei­ßen in Frank­reich „Val­eurs Ve­det­tes“

Der Begriff „“ stammt zwar aus den USA und hat sich weltweit etabliert. Doch der französische Ausdruck „Valeurs Vedettes“ heißt so viel wie „Starwerte“ und klingt poetischer. Er unterstreicht die Bedeutung dieser besonders renommierten Aktien noch treffender.

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